Die Renaissance - Zurück zur Fotografie (Teil 3)

Im Juli 2017 wurde unser Sohn geboren und fast alle Fotos aus den ersten Lebensmonaten sind mit den Handys entstanden. Es hat sich einfach so ergeben, da man das Teil ja immer dabei hat und die Kompaktkameras irgendwo herumlagen, aber nicht dort waren, wo man sie gebraucht hat. Die "große" Kamera, also die 400D lag auch jetzt die meiste Zeit im Schrank, das 17-85mm war noch immer nicht repariert und an die Blitzlichtfotografie habe ich mich noch immer nicht herangetraut gehabt. Mitte November habe ich den Entschluss gefasst, dass ich wieder mehr und vor allem richtig fotografieren möchte. Wie wahrscheinlich bei vielen anderen Hobbyfotografen auch, ist dieser Entschluss damit einhergegangen, dass ich meine Kamera modernisieren wollte. Als erstes habe ich aber im November 2018, mehr als vier Jahre nach dem ersten Auftreten des Fehlers, das 17-85 zu Schuck in den Service geschickt und reparieren lassen. Um es weiterhin kaputt herumliegen zu lassen, ist es dann doch zu schade. Ich habe viel überlegt und im Internet nach Testberichten gesucht, Reviews angeschaut und gelesen und vor allem für mich persönlich mein Budget festgesteckt, dass ich für das neue Equipment ausgeben wollte. Letztendlich habe ich mich dann für die Canon EOS 6D Mark II entschieden, da ich gerne eine der einstelligen Canons haben wollte, die 5D Mark IV deutlich zu teuer war und ich mir generell ungerne ein elektronisches Gerät kaufe, bei dem der Nachfolger schon auf dem Markt verfügbar ist. Dazu mussten aber auch noch neue Objektive für den Brennweitenbereich bis 70mm her, da das EF-S 17-85mm IS USM ja nur an APS-C Kameras betrieben werden kann. Ich habe mich dafür entschieden, in diesem Bereich erstmal mit zwei Festbrennweiten auszukommen und dafür die Lichtstärke zu haben. Also habe ich mich für das Canon EF 35mm f2 IS USM und das Canon EF 50mm f1.4 USM entschieden. Mit den 35mm Brennweite habe ich eine ganze weile gehadert, konnte mich aber mittlerweile mit ihnen anfreunden und finde sie fast jeden Tag besser.

Segelschiff bei der Hafeneinfahrt bei Sonnenuntergang

Und mit dem Suchen der Kamerareviews bin ich auf mehrere Youtuber/Blogger gestoßen, die mich dazu gebracht haben, meine ersten Youtube Abos zu setzen:

Insbesondere die Videos von Stephan Wiesner haben mich dazu gebracht, mich doch noch mit der immer weiter aufgeschobenen (ich mache das später mal) Blitzlichfotografie zu beschäftigen. Dafür habe ich mir noch zwei gebrauchte Canon 600 EX-RT und einen gebrauchten Yongnuo YN-RX-3-RT gekauft. Gleichzeitig habe ich mich im DSLR-Forum angemeldet und angefangen dort wesentlich aktiver zu lesen und auch etwas zu schreiben. Die nächste Anschaffung, als meine Frau mit meinem Sohn für ein paar Tage verreist war, ist ein Manfrotto Nano Lampenstativ, das es hier beim Händler deutlich günstiger gab, als bei Amazon, zwei Reflektoren, ein Durchlichtschirm und ein bisshen Kleinkram. In der Zwischenzeit habe ich (ca. eine Woche, nachdem sie gestartet ist) die 52 Wochen Challange von Stephan Wiesner entdeckt und beschlossen dort mit zu machen.

Frauenkirche hinter dem Hauptbahnhof bei Nacht

Es gibt jeden Freitag ein neues Viedo von Stephan, in dem eine Challenge bzw. Aufgabe für die nächste Woche gestellt wird. Dabei handelt er verschiedene Themen und Schwierigkeiten der Fotografie ab. Die ersten Wochen lief das auch ganz gut, dann bin ich etwas in Zeitverzug geraten. Ich habe mich aber aufgerafft und die meisten der Aufgaben, die ich habe schleifen lassen verspätet nachgeholt und ich werde auch auf jeden Fall für die zweite Hälfte der Challenge am Ball bleiben. Ich habe bei den Aufgaben schon einiges gelernt, insbesondere was die Lichtführung bei Portraits angeht. Mit den beiden Festbrennweiten (35mm und 50mm), die ich mir mit der neuen Kamera zusammen gekauft habe, bin ich von der Handhabung sehr zufrieden. Die Zoommöglichkeit fehlt mir (bis jetzt) nicht. Durch den nicht vorhandenen Zoom versuche meine Fotos deutlich aktiver zu gestalten und mir schon vorher Gedanken zu dem Bildausschnitt zu machen. Gerade für Fotos von unserem Sohn ist aber bei mir der Wünsche nach einer längeren Brennweite immer größer geworden. Ich habe zwar das 70-200mm, was auch ein super Objektiv ist, aber es hat halt "nur" f4. Aus dem Grund, und weil das EF 135mm f2 L USM von Canon auch gebraucht für mich derzeit einfach zu teuer ist, habe ich mich für das Canon EF 85mm f1.8 USM entschieden. Im Internet findet man viele, die sehr begeistert von der Linse sind und auch viele, die sie aufgrund der starken Chromatischen Abberationen bei Offenblende nicht mögen. Ich habe bei Ebay ein gutes Exemplar zu einem fairen Preis ersteigert, mit Streulichtblende und einem Hoya Slim Polfilter ersteigert. Von der Linse war ich vom ersten Augenblick an begeistert, es sind schon viele schöne Fotos damit entstanden. Gerade für Oberkörperportraits oder Kopfportraits finde ich die Brennweite super. Bei meinem kleinen Sohn sind auch noch Ganzkörperportraits möglich. Derzeit verwende ich hauptsächlich das 35mm oder das 85mm Objektiv. Das 50mm fristet gerade ein Nischendasein, da es zwischen den beiden anderen Brennweiten liegt. Der Polfilter, den ich mit dem Objektiv zusammen bekommen habe, ist mein erster Polfilter. Vorher habe ich mich da nicht rangetraut, bzw. das Thema einfach beiseite geschoben. Aber es zeigt sich, wie bei allen Themen der Fotografie: Einfach mal ausprobieren und etwas rumspielen. Ich habe mir jetzt noch einen weiteren Polfilter für das 35mm und das 70-200mm gekauft, da beide den selben Filterdurchmesser haben. Zusätzlich habe ich vor kurzem noch zwei Graufilter gekauft (ND0.9, 8x und ND1.8, 64x) und bin gerade dabei, mich mit denen zu beschäftigen. Als ich die EOS 6D Mark II neu gekauft habe, habe ich überlegt ein Filterhaltersystem mit den entsprechenden Steckfiltern zu kaufen. Das wären dann aber gleich um die 300 € gewesen, die ich doch noch nicht ausgeben wollte. Mit den beiden Schraubfiltern bin ich vielleicht nicht ganz so flexibel, wie mit einem Steckfiltersystem, aber sie haben mich zusammen ca. 50 € gekostet, also ein Betrag, der zum Versuchen und Ausprobieren deutlich eher vertretbar ist.

Silhouette von Mölln hinter dem Schulsee nach Sonnenuntergang

Motivation für die Fotografie

Bis jetzt bin ich noch immer sehr motiviert, an der Fotografie dran zu bleiben und habe die Kamera auf fast jedem Spaziergang dabei. Viel von der Ausrüstung, die ich mir noch gekauft habe, nutze ich wenig, aber doch ab und zu. Ich bin auch dabei, bei den 52 Wiesner Wochen regelmäßig mit zu machen, auch wenn ich es nicht immer schaffe, die Themen in der vorgesehenen Zeit zu bearbeiten. Und wenn ich die Kamera mal nicht dabei habe, versuche ich Motive zu erkennen und mir zu überlegen, was als Foto gut wirken kann und wie ich es dann am besten fotografieren würde. Ich habe mir außerdem noch einen 500px Account zugelegt. 500px nutze ich mittlerweile gerne, um mir Anregungen zu holen, was ich fotografieren könnte, und was man so für Fotos machen kann, bzw. wo ich vielleicht gerne mal fotografisch hin möchte. Meinen Widerstand gegen Instagram habe ich auch aufgegeben und mich dort angemeldet. Hauptsächlich, weil alle Youtuber, die ich weiter oben genannt habe, auch auf Instagram aktiv sind und dort immer wieder Bilder hochladen. Ich habe dann festgestellt, dass Instagram auch eine schöne Möglichkeit ist, meine eigenen Fotos einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren

Flammenkranz am Glühstrumpf der Petromax

Motivation für diese Foto-Homepage 

Um meine Fotos aber nicht nur bei Instagram zu zeigen, habe ich mich entschlossen, eine eigene Homepage zu erstellen. Ich habe mich dafür entschieden, nicht nur eine Auswahl meiner Fotos zu zeigen, sondern auch einige Blogbeiträge zu veröffentlichen, um die Entstehung der Bilder, die Gedanken dahinter und einige Ideen nieder zu schreiben, um für mich Struktur zu haben und sie für interessierte Leser zur Verfügung zu stellen. Ich bin mir bewusst, dass es noch ein Fotoblog mehr ist, dass es schon ausreichend dieser Blogs gibt, aber er gibt mir die Möglichkeit, meine Fotos zu veröffentlichen und zumindest auf einfache Weise meiner Familie und meinen Freunden zu zeigen.

Fröbelstern am Weihnachtsbaum