Meine Normalität - Ein Hobby schläft ein (Teil 2)

Im Spätsommer 2008 bin ich zum Studium von der Ostsee (Timmendorfer Strand) nach München umgezogen. Es war alles neu, das Studium hat viel Zeit gekostet und irgendwie war immer etwas anderes zu tun oder interessanter. Deshalb ist die Fotografie bei mir immer weiter eingeschlafen. Anfangs habe ich die Kamera zwar immer wieder mitgenommen, wenn ich ein paar Tage unterwegs war, zu meinen Eltern in die Heimat gefahren bin oder auch nur einen (interessanteren) Spaziergang gemacht habe. Auch das ist leider immer weniger geworden, im Handgepäck war kein Platz, die Akkus waren alle leer oder der Spaziergang führte doch wieder nur an Stellen vorbei, an denen ich schon häufig vorbeigekommen bin. Also gibt es da ja so oder so nichts interessantes zu sehen, geschweige denn zu fotografieren. Die Kamera blieb also immer öfter zu Hause, ich habe immer weniger Fotos gemacht.

Urlaube - Die Ausnahmen

Eine Ausnahme davon blieben Urlaube (richtige Urlaube, keine Heimatbesuche bei den Eltern). Leider gab es während des Studiums davon kaum welche. Ab und zu mal einen Skiurlaub, wobei sich dort die Lust, zu Fotografieren auch sehr in Grenzen gehalten hat. Der erste und einzige größere Urlaub während des Studiums war eine Woche Amsterdam mit meiner Freundin. Dorthin ist die Kamera mitgekommen (obwohl wir nur mit Handgepäck geflogen sind) und ich habe sie auch rege benutzt. Die Stadt ist einfach wunderschön und bietet viele Fotomotive.

Portrait von Bronzesoldat

Im Botanischen Garten in Amsterdam gibt es so viele schöne große und kleine Motive, Muster, Farbkombinationen, also einfach sehr viele Fotomöglichkeiten. Ich jedem Besucher von Amsterdam einen Abstecher in den Botanischen Garten empfehlen.

Schmetterling auf Blume
Rote Blume

Der zweite große Urlaub war genau genommen erst nach dem Studium. Zum Abschluss unseres Studium haben meine Freundin und ich von unseren Eltern einen langen Urlaub in den USA geschenkt bekommen. Es wurde nach viel Planung und diversen Planänderungen ein fünfwöchiger Urlaub mit einem Teil im Norden/Nordosten (um Chicago und Niagra Falls), im Osten (Washington DC und New York) und einem großen Teil im Mittleren Westen und an der Westküste (Las Vegas, diverse National Parks (u.a. Grand Canyon, Zion, Death Valley und Yosemite NP) und San Francisco). Bei der Planung der Reise war sofort klar, dass die Kamera mit muss. Dazu das EF 17-85 IS USM und noch ein Tele. Mit dem EF 90-300mm USM war ich nicht so wirklich zufrieden, also eventuell ein neues kaufen? Ein neues Objektiv kostet aber eine ganze Stange Geld, die Reise ist schon teuer genug und nach dem Studium waren so oder so nicht mehr so richtig viele Rücklagen vorhanden. Vielleicht ist ein Gebrauchtkauf eine Möglichkeit? Am Ende habe ich mich bei Ebay angemeldet, viel geschaut, gesucht und mich informiert und die Wahl ist auf ein Canon EF 70-200 f4L IS USM gefallen. Das f2.8 ist noch immer ein absoluter Wunschtraum, aber einfach zu teuer. Für den USA-Urlaub wäre es wahrscheinlich auch zu schwer gewesen. Am Ende habe ich dann ein gebrauchtes EF 70-200 f4L IS USM in relativ gutem Zustand zu einem für mich vertretbaren Preis bei Ebay ersteigern können. Damit war ich stolzer Besitzer eines "L"-Objektives. Für die geplanten längeren Wandertouren (alles nur Tagestouren), brauchte ich noch einen Fotorucksack, in dem ich meine Fotosachen unterbringen kann, und ausreichend Platz für Verpflegung und Regenzeug bietet. Diesmal sollte es nicht so laufen, wie bei vergangenen Wanderungen, bei denen ich meine Fotoausrüstung getragen habe und meine Freundin alles andere. Für mich sehr wichtig ist es, dass der Rucksack sehr angenehm zu tragen ist und ein stabiles Tragesystem hat. Außerdem musste der Rucksack zwingend Handgepäcktauglich sein, um ihn im Flugzeug sinnvoll mitnehmen zu können. Fotorucksäcke mit dem Tragesystem eines Wanderrucksacks waren damals (zumindest meinen Informationen nach) sehr selten und es ist am Ende nur der Jack Wolfskin Photopack Pro ACS in Frage gekommen. Aus Gewichtsgründen konnte ich nur das leichte, etwas instabilere Stativ im Koffer mitnehmen. Mein Handgepäck war mit dem Rest der Fotoausrüstung schon ziemlich gut gefüllt und vom Gewicht her an der Grenze (oder auch drüber) dessen, was die Lufthansa erlaubt.

An der Ostküste in den Städten ist das neue Objektiv eher selten zum Einsatz gekommen, im Westen dafür dann umso häufiger. Über den ganzen Urlaub hinweg bin ich mit beiden Objektiven und der 400D sehr zufrieden gewesen.

Fountain in Chicago
Chicago Skyline Seaside
Niagara Falls
The Capitol in Washington DC
The Empire State Building in front of the One World Trade Center

Leider hat das 17-85mm im Death Valley angefangen Ärger zu machen, oberhalb von ca. 30mm Brennweite gab es beim Auslösen immer wieder Fehlermeldungen an der Kamera. Im Motel habe ich etwas im Internet gesucht und es war recht schnell klar, das das Flexkabel für die Blendensteuerung gebrochen war, also einen Wackelkontakt hatte. Deshalb war ab dem Zeitpunkt (noch ca. 1 Woche Urlaub verbleibend) das 70-200mm mein "Immerdrauf" und das 17-85 ist fast gar nicht mehr zum Einsatz gekommen. Die National Parks im Mittleren Westen und im Südwesten der USA sind auf jeden Fall eine Reise wert, ich würde dort beim nächsten Mal mehr Zeit einplanen, als wir sie diesmal hatten.

Sunrise at the Grand Canyon's South Rim
Bryce Canyon National Park after Rain
Mountain at sunset at Zion Canyon National Park
Mesquite Flats Sanddunes at Death Valley National Park
The Half Dome at Yosemite National Park
South End of the Golden Gate Bridge

San Francisco war unser letzter Stop, von dort sollte dann unser Rückflug nach Hause gehen. Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben und der Mietwagen zurückgegeben war, ging der erste Weg in einen Fotoladen, um noch eine CF-Karte zu kaufen. Obwohl ich sehr großzügig war und viele Speicherkarten mit in den Urlaub genommen habe, ist gegen Ende der Reise der Speicher knapp geworden. Letztendlich sind in dem Urlaub mit der 400D ca. 15.000 Fotos entstanden, von denen ich heute, nach diversenen Löschaktionen, noch ca. 6.000 behalten habe.Ganz wenige aus verschiedenen Etappen der Reise hängen bei uns ausgedruckt hinter Acryl an der Wand.

Rückkehr zur Normalität mit wenig Fotografiererei

Nach der Rückkehr aus den USA ist die Kamera erstmal wieder im Schrank bzw. in der Tasche verschwunden, da direkt am Tag nach der Landung unser Umzug innerhalb München aus unseren beiden Studentenbuden in die erste gemeinsame Wohnung anstand. Außerdem hatte ich nur noch eine knappe Woche frei, bis ich zum ersten Arbeitstag antreten durfte. Dabei ist es dann meistens auch geblieben und ich habe die Kamera nur sehr selten hervorgeholt. Auch die geplante Reperatur des 17-85mm IS USM habe ich nicht in Auftrag gegeben, da ich das Objektiv ja nicht so dringend gebraucht habe. natürlich gab es einzelne Anlässe, bei welchen ich die Kamera mit hatte, zum Beispiel beim Wandern oder bei unserem langen Wochenende anlässlich unserer Verlobung in Hamburg. Aber insgesamt habe ich sie sehr wenig verwendet.